Warum der Tunnelbohrer ein Symbol der Korruption ist

Ursprünglich sollte der Fildertunnel bergmännisch gebaut werden, d. h. durch Sprengen und Abtragen. Dies passte dem Tunnelbohrmaschinenhersteller Martin Herrenknecht nicht. Auf eigene Kosten ließ er eine Studie anfertigen, die zum nicht weiter überraschenden Schluss kam, dass sich der Fildertunnel viel besser mit einer Tunnelbohrmaschine bauen ließe. Zudem spendete er üppig an die Partei, deren Mitglied er zum Glück ist, die CDU. Als er merkte, dass der Wind sich drehte, spendete er sicherheitshalber auch an die SPD. Das Ergebnis seines finanziellen Einsatzes war ein Planänderungsverfahren, mit dem der Einsatz einer Tunnelbohrmaschine beantragt wurde. Noch bevor der Antrag überhaupt genehmigt war, wurde die bereits bestellt und fertiggestellt – natürlich bei Martin Herrenknecht. Parteispenden, Parteimitgliedschaft und Lobbyarbeit zahlten sich also aus.

Die Tunnelbohrmaschine ist inzwischen fertig, wird aber wegen des unrealistischen Zeitplans der Bahn noch bis Anfang nächsten Jahres im Lager liegen bleiben und weiter Kosten anhäufen, die dem Steuerzahler in Rechnung gestellt werden.