Wir werden mit unserer Kampagne gegen die Tunnelbohrmaschine den Protest gegen S 21 weiterhin ins Land hinaustragen und auf all das, was der Einsatz der Tunnelbohrmaschine an Negativem mit sich bringt, durch symbolische Aktionen hinweisen:

1) Tunnelmund Fasanenhof

Die Bohrmaschine ist im Loch verschwunden. Die Tübbinge fehlen. Bei Bedarf siehe bei Bahn Projekt...

2) Tübbinge Transport

9.7.2014 Stefan Penn spricht von 50 000 Tübbingen, deren Dicke zwischen 45 und 60 cm beträgt. Sie haben ein Gewicht von 625.000 Tonnen.

In Neumarkt Oberpfalz entstehen in einem Zwei-Schicht-Betrieb 60 Tunnelringe pro Woche. Diese kommen mit Zügen nach Altbach. 380 Mal muss der Zug mit 20 Waggons pendeln. 7 Tübbinge a 2m sind ein Ring, 6 gleiche Teile und ein kleineres. Weiter geht es mit LKWs, jedoch nicht am Wochenende zwischen Sa 6 - So 22h, deshalb werden 40 Ringe am Fasanenhof gelagert. Bahn und Regierungspräsidium verhandeln derzeit über eine direkte Zufahrt von der Autobahn zur Baustelle. Das gilt auch am 3.9.2014 noch.
Quelle

3) Verladestation Altbach

29.7.2014 Herr Schrafler, Firma Max Bögl, Gemeinderat Altbach: 

Von Oktober 2014 bis voraussichtlich November 2017 werden in vier Abschnitten mit jeweils 9 Monaten insgesamt 7.660 Tübbingringe mit der Bahn angeliefert und mittels einem Stapler auf 6 neue LKWs verladen. Es kommen pro Woche 3 Züge mit je 20 Waggons an. Im Schnitt wird pro Stunde ein Waggon entladen und es fahren pro Stunde 3 LKWs ab mit je 2 Tübbingen beladen, bei jedem 3. LKW ist noch ein End-Tübbing dabei.
Quelle

Do., 10.07.2014, 8:30 Uhr
 
       EURE TAUFE STINKT ZUM HIMMEL!
                - Wir widersetzen uns -
 
        Die Kampagne gegen die Tunnelbohrmaschine und die Blockadegruppe
        laden ein zum Protest gegen:
 
        - Tunneltaufe Fildertunnel, 9:30 bis 11:00 Uhr
        - Namensgebung Tunnelbohrmaschine
        - Tag der offenen Baustelle von 14:00-20:00 Uhr
 
        Die Taufgemeinde erscheint gegen 8:30 Uhr,
        mit Klobürsten fürs Weihwasser / Glocken statt Pfeifen/
        Gebetsteppichen zum Verweilen
 
        Fasanenhof-Schelmenwasen,
        Endhaltestelle der U 6 ( 1 Min. in Fahrtrichtung laufen).
 
 

Spielstrasse statt Baustrasse, 11.03.14

Blockadegruppe und Kampagne gegen die Tunnelbohrmaschine
laden zur Frühstücksblockade-Aktion mit den Versorgern ein:
SPIELSTRASSE STATT BAUSTRASSE
-Leben statt Zerstörung-
Dienstag, 11.März 2014, 7:00 Uhr
Fasanenhof, Baustellenzufahrt Fildertunnel Südportal
Endhaltestelle Schelmenwasen der U 6,
in Fahrtrichtung ein paar Meter laufen und dann:
 
Volleyball, Gummitwist, Hula Hoop, Boccia, Steckenpferdrennen,
Federball, Seilspringen, Jonglieren, Rollschuhe, Einrad,
Baustellenbesichtigung mit Bollerwagen.
Gitarre, Akkordeon, Mundharmonika, ...
Worauf habt ihr Lust? Bringt es mit und spielt!
 
Zusatz zur U 6:
ab Hbf.,(über Charlottenplatz, Möhringen) Rtg. Fasanenhof: 6:17 – 6:43
                                                                                      6:27 – 6:53
                                                                                      6:37 – 7:03
Vaihinger fahren mit der U 3 bis Vaihinger Str. und steigen dann in die U 6 um

Transport der Tunnelbohrmaschine, Dezember 2013

Der über 100 Tonnen schwere Bohrschild – das Herzstück der Tunnelbohrmaschine für den Fildertunnel – ist am Donnerstag, den 5.12.13 gegen 5 Uhr früh nach einem mehrtägigen  Schiffstransport in Stuttgart eingetroffen.

In den Abendstunden des 12.12.13 lieferte die Deutsche Bahn eines der Bauteile für ihre Tunnelbohrmaschine vom Stuttgarter Hafen zum Tunnelmund im Stuttgarter Stadtteil Fasanenhof.

Eine sehr empfehlenswerte Zusammenstellung und Bewertung der Ereignisse findet sich bei cams21:
http://cams21.de/schwertransport-hauptlagers-tbm/

Ticker:

Über den Hashtag #tbmstgt in Twitter bekommt ihr die aktuellsten Meldungen.

Heilbronner Erklärung

Warum wir jetzt noch gegen S21 demonstrieren

Während der letzten Demonstration in Heilbronn gegen das Projekt S21 ergaben sich Fragen aus dem Publikum, die wir mit dieser Heilbronner Erklärung beantworten möchten.

Das Heilbronner Bündnis „Heilbronner gegen S21“ besteht aus vielen Gruppen, die sich sozial und ökologisch engagieren. Es sind Bürger wie du und ich, mit dem Unterschied, dass sie sich für die Hintergründe dieses Projekts interessieren und somit Fachwissen angeeignet haben. Sie sind zur Erkenntnis gelangt, dass es schädlich ist. Wie sonst ist es zu erklären, dass diese Mitbürger immer noch auf der Straße gegen dieses Bauvorhaben demonstrieren? Vor allem, nachdem erkennbar ist, dass sich die Politik nicht um diesen Widerstand schert und unbeirrt daran festhält. Diese Bürger haben eines gemeinsam: ein soziales Gewissen und ein Interesse an der Politik. Die Teilnahme an diesem Protest ergab sich für viele von uns zufällig, deshalb ist unser Protest bunt. Zu diesem bunten Protest gehört Toleranz, ohne diese würde die Kreativität fehlen, die uns auszeichnet.

Beantworten müssen wir auch die Frage nach dem Sinn für diesen Protest bei einem begonnenen Bauvorhaben. Dazu muss klargestellt werden, dass es bisher viele Abrissmaßnahmen, aber keine Baumaßnahmen1 gab. Es empört uns, dass eine Zerstörung unserer Landeshauptstadt begonnen wurde, obwohl es für die wichtigsten Abschnitte keine Planfeststellung gibt. Und das nach fast 20 Jahren Planung für das „bestgeplante Projekt“. (Schlichtung)

Noch immer gibt es zuweilen die Meinung, dass S21 eine Verbesserung bringt. Doch wer liest eine Planfeststellung? Fragen Sie mal Ihren Landtagsabgeordneten oder den Befürworter, OB Himmelsbach. S21 leistet etwa die Hälfte des vergammelten alten Kopfbahnhofes! Siehe Hinweis2. Und hierfür Milliarden ausgeben? Was der alte Kopfbahnhof leistet, lässt sich genau belegen. Vom Projekt S21 liegen dagegen nur schöne Computeranimationen und fehlerhafte Modellberechnungen vor. Kaufen Sie ein technisches Produkt nach dem Werbeaufwand, oder den technischen Daten?

Wenn es schon nicht möglich ist, die Kapazität des alten Bahnhofes zu erreichen, dann hätte man der Bevölkerung vor dem Volksentscheid sagen müssen, worum es bei diesem Projekt geht: um die Schaffung eines Immobilienprojektes für Reiche und nicht um einen Bahnhof. Und das muss jeden sozial denkenden Menschen empören, besonders wenn er einer Partei mit „Sozial“ im Namen nahesteht.

Bei manchen zieht das Schlagwort „modern“. Modern muss nicht besser sein. Modernisiert man den alten Bahnhof, der vor über hundert Jahren gebaut wurde, dann ist er wesentlich „moderner“, weil leistungsfähiger, als S21. Die Planer von S21 hatten ganz andere Vorstellungen von Mobilität, die heute überholt sind. Das sieht man auch an den Werbebildern: wo ist ein Älterer, wo ein Behinderter?

Wir brauchen eine Bahn, die uns pünktlich, sicher und bequem ans Ziel bringt. Und die für uns gut erreichbar ist, auch wenn wir selbst nicht mehr so mobil sind.

1 Begonnene Baumaßnahmen sind
• Die Verlegung der Bahnsteige in das Gleisvorfeld. Dies ist eine Maßnahme, die man auch bei einer Erneuerung des Bahnhofsdaches durchführen müsste.
• Bau des Technikgebäudes am Nordausgang. Das bisherige Stellwerk ist marode und muss erneuert werden. Das neue Technikgebäude ist dafür vorgesehen.
• Die Neubaustrecke. Der Kopfbahnhof kann entweder an die bisherige Strecke oder an die Neubaustrecke angeschlossen werden. Mit S21 geht das nicht, S21 geht nur mit der Neubaustrecke, was aber weit weg von der Planfeststellung ist. Laut Eisenbahnbundesamt nicht mal prüffähig, so dilettantisch ist die Planung.

2 Planfeststellung PFA 1.1 v.28.01.2005, Seite 204

Detaillierte Informationen, beispielsweise auch über die Lüge der besseren Flughafenanbindung, gibt es bei uns.

ViSdP: Volker Teichert, Schickhardtstraße 22, 74076 Heilbronn, 17.11.2013

www. heilbronner-gegen-s21.de

Heilbronner Erklärung (Download)

Kampagnenauftakt am 08.06.2013 in Kehl

Eisenhart von Loepers Rede bei der Auftaktkundgebung

Liebe Freundinnen und Freunde,

für das Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21 beteilige ich mich mit Euch allen hier gern an dieser Auftaktkundgebung für den zivilem Widerstand gegen den Bohrertransport.

  • Je mehr wir im Aktionsbündnis erfahren mussten, wie wenig Argumente gehört werden, wie wenig sie zählen,
  • und je mehr wir erleben mussten, dass die Justiz zwar eifrig Menschen bestraft, die sich unter hohem persönlichen Einsatz für das Gemeinwohl einsetzen, aber nicht bereit ist, sich mit den Mächtigen und dem großen Geld anzulegen,

desto mehr sind wir uns einig, dass es ein moralisches Recht auf zivilen Ungehorsam gibt.

Wir müssen uns mit allen vernünftigen und friedlichen Mitteln diesem Zerstörungswerk in den Weg stellen. Die Blockade dieses Tunnelbohrers muss beispielgebend für den zivilen Widerstand werden.

Schon vor Jahrzehnten hat die Anti-Atom-Bewegung unweit von hier, in Whyl, gezeigt, wie mit dem Widerstand durch Platzbesetzungen und Zehntausenden von Protestierern ein Atomausstieg durchgesetzt werden konnte – und das fast 30 Jahre bevor es auch die Politik begriffen hat. Deshalb finde ich es großartig, dass sich so viele badische, elsässische und kurpfälzische Initiativen beteiligen, um den Wahnsinn von Stuttgart 21 und das dahinter stehende Prinzip zu überwinden.

Wenn wir es schaffen, dieses Monster entlang der ganzen Transportstrecke – sagen wir mal – kritisch zu begleiten, dann können wir viele Menschen wachrütteln. Damit durchkreuzen wir das überall erkennbare Bemühen, Stuttgart21 zu verschweigen. Denn es gilt mehr denn je der alte Slogan der Bürgerbewegungen: „Wo Recht zu Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht!“

Die Tunnel-Bohrmaschine der Firma Herrenknecht ist ein technischer Dreh- und Angelpunkt für die DB AG und ihre Helfer, Stuttgart 21 umzusetzen – trotz Unwirtschaftlichkeit, mittels rücksichtsloser Machtpolitik und unter Missachtung menschlicher Grundbedürfnisse.

(1) Die Deutsche Bahn selbst und die Bundesregierung haben am 12. Dezember letzten Jahres ihren Offenbarungseid geleistet: Stuttgart 21 ist mit der Kostenexplosion um bislang 2,3 Milliarden € längst wirtschaftlich am Ende und würde heute nicht mehr begonnen. Die Bahnchefs haben aber öffentlich Ausstiegskosten von zwei Milliarden Euro zusammenphantasiert, um sagen zu können, der Ausstieg sei um 77 Millionen € teurer als der Weiterbau.

Wie absurd das ist, zeigen allein schon zwei Fakten:

1,1 Mrd. € betreffen allein die von der Bahn jetzt eingeräumte eigene Fehlkalkulation, für die der Vorstand einstehen müsste.
Und 548 Millionen Euro wurden für den Fall des Ausstiegs mit 30 Prozent des Restauftrags angesetzt, das heißt, mehr als eine halbe Milliarde Euro Kosten für vorzeitig abgeschlossene Ingenieur-und Bauverträge ohne jede Gegenleistung?! Die Bahn erklärt sich damit selbst für blöde!

Aber da steckt etwas anderes dahinter: Bahn und Bund halten an S 21 fest, weil der Größenwahn der Großindustrie ihre Politik bestimmt. Die ZEIT schrieb dazu (am 28.02.13):

„Alle wissen, dass Stuttgart 21 in einem Desaster enden wird. Doch wird der neue Bahnhof trotzdem gebaut, weil er längst ein Symbol der Macht ist …“ Man wollte also einen Ausstieg und Turbulenzen mitten im Wahljahr vermeiden. Deshalb haben die Kanzlerin und ihre Koalition den Vorstand und Aufsichtsrat der Bahn zum Weiterbau-Beschluss vom 5. März veranlasst. Ein solcher Eingriff aus derart niedrigen politischen Beweggründen ist ein glatter Verstoß gegen das Aktienrecht. Ein so zustande gekommener Beschluss ist nichtig und erfüllt den Straftatbestand der Untreue.

(2) Unabhängig davon wiegt schwer für die Frage unseres Widerstands: Das Stuttgart 21-Prinzip missachtet die Grundbedürfnisse der Bahnreisenden auf eine kundenfreundliche Infrastruktur und zerstört das Recht der Bürgerinnen und Bürger auf eine am Gemeinwohl orientierte Stadt. Das ist eine verfassungswidrige, eine perfide Moral.

Es betrifft nicht allein die Stuttgarter, sondern uns alle als Bahnfahrer, wenn der Tiefbahnhof mit gefährlichem Gleisgefälle und unzureichendem Brandschutz realisiert wird. (Was soll man übrigens von Grubes Entschuldigung bei den Opfern von Eschede halten, wenn er zugleich einen Bahnhof durchpowert, der mit Sicherheit in seiner Geschichte noch viele Menschenleben kosten wird?)

Es betrifft nicht nur die Stuttgarter, wenn die Leistungsfähigkeit in der Spitzenstunde von 50 auf 32 Züge, also um etwa 30 Prozent vermindert wird und zweistellige Milliardenbeträge sinnlos verschwendet werden, die an anderer Stelle für wichtige Infrastrukturprojekte fehlen.

(3) Dieser Tunnelbohrer darf auch deswegen nie nach Stuttgart gelangen, weil die Kostenfrage völlig ungeklärt ist. Es müsste doch jeder Projektpartner - auch die Landesregierung und die Stadt Stuttgart, egal ob Befürworter oder Gegner - darauf bestehen, dass die ungesicherte Gesamtfinanzierung jetzt durch gerichtliche Entscheidung geklärt wird, statt sich mitten im Tunnel einer Erpressung der Bahn zu weiterer Mitfinanzierung auszusetzen. Die Politik muss endlich begreifen, dass wir Bürgerinnen und Bürger nicht mehr ihre beliebige Manövriermasse und Melkkühe sind.

Umso weniger, als die geplanten 61 km Tunnelbohrungen tiefe Wunden in Natur und Umwelt schlagen, die Gebäudesicherheit, den Grundwasserschutz , den Mineralquellenschutz und damit auch die Lebensinteressen künftiger Generationen missachten würden.

(4) Wo bleibt in diesem Konflikt die Justiz? Sie hätte nach unserem Grundgesetz die balance of power, die Kontrollaufgabe im Sinne der Gewaltenteilung zu erfüllen. Doch bei Stuttgart 21 hat die Justiz bisher leider über das Versagen und den Rechtsbruch der Mächtigen hinweggesehen. Und was noch ausstehende Verfahren bringen werden, wissen wir nicht.

Gerade deshalb muss unser Widerstand eindrucksvolle Zeichen setzen: Wenn also  gewaltfrei Bau- oder Transportmaßnahmen zu S 21 angemessen effektiv behindert werden und wenn dies zum Schutz höherrangiger Rechtsgüter geschieht, sehe ich darin einen sogenannten rechtfertigenden Notstand. Wir stellen uns dem Lug und Trug entgegen, wir widersetzen uns dem gesetzwidrig zustande gekommenen Beschluss der Bahngremien zum Weiterbau von S 21. Nicht wir begehen dann Rechtsbruch, sondern wir wollen den weiteren Rechtsbruch vereiteln!

Als Anwalt bin ich ein sog. Organ der Rechtspflege, und als solches verweise ich darauf, dass jeder letztlich selbst für sein Verhalten einstehen muss.

Ich wünsche mir mit Euch, dass wir einen zivilen Widerstand gegen den Bohrerprojekt hinbekommen, bei dem jeder sich so einbringen kann, wie er es für richtig hält oder wie er sich traut. Wir bewundern die Mutigen, die große Risiken auf sich nehmen, aber wir wollen Aktionen machen, die allen ermöglichen mitzumachen, auch ohne Helden zu sein und ohne sich als Helden zu verbrennen.

Lasst uns gemeinsam die Vorbereitungen fortsetzen gegen den Versuch, dieses Zerstörungsmonster nach Stuttgart zu bringen. Auf dass unser Widerstand zu einem Meilenstein bei der Beendigung dieses Wahnsinns werde!

Der Tunnelbohrer soll bleiben, wo er ist. WIR BLEIBEN OBEN.