Tunnelbohrer | Kein Stuttgart 21

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Die Bohrmaschine kommt!

Der über 100 Tonnen schwere Bohrschild – das Herzstück der Tunnelbohrmaschine für den Fildertunnel – ist am Donnerstag, den 5.12.13 gegen 5 Uhr früh nach einem mehrtägigen Schiffstransport in Stuttgart eingetroffen. Das Schiff wurde bereits am selben Tag entladen und der in Segmente unterteilte Bohrschild an Land vorläufig zwischengelagert.

Diese Woche sollen am Donnerstagabend diese Segmente auf die Fildern zum Fasanenhof geliefert werden. Im Hafen Stuttgart wurde am Mittelkai ein Halteverbot eingerichtet. Dieses gilt von Donnerstag 18 Uhr bis Freitag 13 Uhr.

Im Industriegebiet Schelmenwasen ist in der Schelmenwasenstraße beidseitig ein Halteverbot für den gleichen Zeitraum eingerichtet.

Wie wir aus sicherer Quelle erfahren haben, werden es bis zu vier LKW´s sein. Diese werden mehrmals zwischen dem Hafen Stuttgart und Fasanenhof pendeln.

Dies bedeutet für uns das es eine lange Nacht werden kann/wird! Aus diesem Grund ist es enorm wichtig, dass Sie sich warm anziehen (Zwiebelprinzip) und Ihren Protestrucksack mitbringen.

Da es dunkel sein wird, empfiehlt es sich eine Warnweste mitzubringen. Diese können sie in jedem Baumarkt sowie an jeder Tankstelle erwerben.

Es werden 3 Infopunkte eingerichtet werden. Diese könnt ihr euch auf unserer Karte anschauen.

Es ist sinnvoll am Anfang zu Punkt A zu kommen.

Laut unseren Informationen wird der Schwertransportkonvoi das Scholppgelände über die Otto Hirsch Brücke verlassen. Die genaue Route [grüne Linie] finden Sie ebenso in der Karte.

Dieser Infopunkt (Punkt A) ist ab 17 Uhr besetzt.

Der Infopunkt B soll bei einer kurzfristigen Änderung der Route als Anlaufpunkt dienen. Er wird ab 19 Uhr besetzt sein.

Der Infopunkt am Fasanenhof ist ab 21 Uhr besetzt. Dies bietet sich für alle Menschen an, die zur Erörterung gehen möchten. Gerne könnt ihr auch schon früher zum Standort des Infopunktes kommen.

Die Infopunkte sind angemeldet, damit IHR reibungslos Anreisen könnt. Ihr könnt gegenüber der Polizei darauf bestehen, zu der Versammlung durchgelassen zu werden, da es euch nach Grundgesetzartikel 8 zusteht frei zu einer Versammlung zu gelangen!

Es wird ein Infotelefon geben. Dieses wird ab 16 Uhr eingeschaltet sein!

ACHTUNG NEUE INFOTELEFONNUMMER:

0176 – 99 07 43 02

EA

0176 – 38 50 17 58

Anreise:

Wir empfehlen möglichst mobil anzureisen, es ist gut möglich, dass wir schnell von A nach B kommen müssen um ggfs. an einer anderen Stelle den Transport zu begleiten.

Anreise mit den Öffentlichen Verkehrsmittel:

Punkt A:

Abfahrt HBF mit der U9 bis zur Endhaltestelle Hedelfingen.

Abfahrt Bad Cannstatt Wilhelmsplatz mit der U13 bis zur Endhaltestelle Hedelfingen

Punkt B:

Ab HBF mit der U9 bis zur Haltestelle Wangen Marktplatz

Ab Bad Cannstatt Wilhelmsplatz mit der U13 bis zur Haltestelle Wangen Marktplatz

Die genauen Abfahrtszeiten entnehmen sie bitte der VVS oder klicken auf der Karte auf das Zugsymbol.

Den Infopunkt Fasanenhof erreichen sie bequem mit der U6 indem sie bis zur Endhaltestelle Fasanenhof durchfahren.

Ticker:

Über den Hashtag #tbmstgt in Twitter bekommt ihr die aktuellsten Meldungen.

Drittes Europäisches Forum gegen unnütze Großprojekte

 

In der Entwicklungspolitik werden
Entwicklungsprojekte, die viel kosten, soziale
und ökologische Schäden anrichten und geringen
Nutzen bringen, als „Weiße Elefanten“ bezeichnet.

Global denken – lokal handeln

Was nützt das 3. europäische Forum gegen unnütze Großprojekte dem Widerstand?

Wir haben im Austausch mit anderen Protest- und Widerstandsbewegungen gegen unnütze und aufgezwungene Großprojekte erfahren, dass europaweit Infrastrukturprojekte durchgezogen werden, oft Hochgeschwindigkeitsbahnstrecken, die bei näherem Hinsehen genauso unnütz sind wie S21.

Wir haben erfahren, dass Infrastrukturprojekte vorangetrieben werden vom „European Round Table“ ERT, einer Zusammenkunft von Vertretern multinationaler Konzerne mit den führenden politischen Entscheidungsträgern. Infrastrukturprojekte stehen im Aufgabenfeld der Transeuropäischen Netze (kurz TEN).

Wir haben verstanden, dass Stuttgart 21 sich nicht von selbst erledigt, je mehr man die Hintergründe versteht.

Wir wissen, dass es bei Stuttgart 21 versa Kopfbahnhof 21 nicht um die besseren Argumente geht.

Wir haben erfahren, dass maßgeblich wir und die Protest- und Widerstandsbewegungen europaweit dem S21- Prinzip gegenüberstehen. Nach dem Motto: „Sie ziehen ihren Irrsinn einfach durch.“

Wir haben die Erkenntnis gewonnen, dass das S21 Projekt bisher nicht gestoppt wurde, weil aus der Sicht aller Projektbefürworter feststeht: Massenproteste dürfen nicht die Macht bekommen entgegen einer wirtschaftlich-politischen Entscheidung. Und genau das wäre bei einer Beerdigung des Stuttgart 21 Projekts der Fall.

Es zeigt uns auch die Brutalität, mit der die Großprojekte durchgesetzt werden, indem mit allen Mitteln des Betruges und wenn nötig, auch mit Gewalt operiert wird, so jüngst in der Türkei, die Proteste gegen ein geplantes Einkaufszentrum im Gezi-Park. Dafür soll der einzige Grün- und Baumbestand in der Metropole Istanbuls weichen. Die ECE und die türkische Akasya Group wollen gemeinsam den Akasya Park Ümraniye realisieren, mit einem Shopping-Center. ECE (Einkaufs-Center-Entwicklung) ist Europas größter Shopping-Center Marktführer. Unter die unnützen Großprojekte zählen ebenso die Megastaudamm-Projekte in der Türkei und auch anderswo, wie in Spanien, wie in Brasilien usw.

Wir ziehen daraus die Erkenntnis, dass die Aufrechterhaltung des Widerstands elementarer Bestandteil der Bewegungen ist, gegen unnütze und aufgezwungene Großprojekte. 

Ergebnis unserer Diskussionen ergaben auch die Infragestellung geplanter Projekte wie u.a. die Neubaustrecke Wendlingen-Ulm, die ständige Erweiterung des Frankfurter Flughafens, der geplante 3. Flughafen in Notre-Dame des Landes in Frankreich, der noch nicht vollendete neue Flughafen in Berlin, Hochgeschwindigkeitsbahnstrecken europaweit, im Val di Susa in Italien, der Tunnelbahnhof in Florenz etc.

Wir kommen zum Ergebnis, dass alle diese Projekte der unabänderlichen Ideologie des „immer weiter, immer schneller, immer größer“ entspricht. „Hauptsache groß und teuer“ so titelte Alain Devalpo 2012. 

Wir erleben die ungehemmte Gigantomanie von Großprojekten im Urbanen, in unseren Städten und im ländlichen Raum. Die unwiederbringliche Zerstörung von natürlichen Lebensräumen nimmt dramatische Ausmaße an.

Unsere Motivation zur Vorbereitung des 3. europäischen Forums wurde gestärkt durch das Entwickeln von Perspektiven aus der S21-Protest- und Widerstandsbewegung und anderen Bewegungen wie „Recht auf Stadt“ des Hamburger Gängeviertels, Initiativen wie das BürgerInnen-Parlament in Stuttgart, das BürgerInnen-Parlament G1000 in Belgien, unsere Teilnahme am ersten und zweiten europäische Forum in Italien und Frankreich und mittlerweile die erste vernetzte Bewegung gegen Unnütze und aufgezwungene Großprojekte, mit Kontakten in und außerhalb Europas. So auch mit unserer Teilnahme am Weltsozialforum in Tunis vor wenigen Wochen.

Wir schöpfen eine lebendige Kraft im gemeinsamen Umgang miteinander und daraus entwickeln wir gemeinsame Perspektiven. Wenn die Konzerne international agieren, dann ist es notwendig, dass auch die Menschen sich über Ländergrenzen hinweg verbinden und solidarisieren. Verbinden mit Bewegungen gegen unnütze Großprojekte, wie Atomkraftwerke, wie Gasförderungen mit Hilfe chemischer Substanzen, dem sog. Fracking, wie Land- und Natur fressenden Energieparks, wie Infrastrukturprojekten für Personen- und Warentransporte, wie Militäranlagen usf.

Es geht nicht mehr darum zu warten – zu warten auf einen Lichtblick, auf die atomare Apokalypse oder auf eine soziale Bewegung.

Nochmals zu warten ist Wahnsinn. Die Katasrophe ist nicht das, was kommt, sondern das was da ist, denn wir stecken mittendrin. 

Die Plünderung des Planeten für ein auf unbegrenztes Wachstum ist Gegenstand der Kritik von unterschiedlichsten Bewegungen europa- und weltweit. 

Auf dem 3. europäischen Forum wollen wir die Frage nach den Möglichkeiten der Solidarität anhand von Praxisbeispielen konkret werden lassen. 

Wir wollen auch mit Konflikten und Hierarchien in der Zusammenarbeit aufgrund unterschiedlicher Erfahrungen, Lebensweisen und Ressourcenverteilung umgehen lernen.

Dies alles gab uns positiven Anlass das dritte europ. Forum in Stuttgart zu machen. Folglich geht es um mehr, als nur um das Immobilien- und Bahn – Projekt Stuttgart 21. Das Dritte europäische Forum in Stuttgart gibt uns dazu die Möglichkeit. Es ist ein Forum von der Bewegung für die Bewegung.

 

Redebeitrag zum Kampagnenauftakt „Tunnelbohrer zerstört Stuttgart – Stuttgart 21 ruiniert das Land“, am Sa. 08. Juni 2013 auf der Passarelle Kehl/Straßburg

 

Kontakt: info@drittes-europäisches-forum.de

www.drittes-europaeisches-forum.de

 

Parkschützer-Büro, Urbanstr. 49 A, 70 182 Stuttgart, montags und dienstags 16 – 18.00 Uhr: Tel. 0711-912 79 355

V.i.S.d.P.: Mike Pflugrath, (Arb.Kreis S21 ist überall, Koordinationskreis zur Vorbereitung)

E-mail: pflugrath@freenet.de

Warum der Tunnelbohrer ein Symbol der Korruption ist

Ursprünglich sollte der Fildertunnel bergmännisch gebaut werden, d. h. durch Sprengen und Abtragen. Dies passte dem Tunnelbohrmaschinenhersteller Martin Herrenknecht nicht. Auf eigene Kosten ließ er eine Studie anfertigen, die zum nicht weiter überraschenden Schluss kam, dass sich der Fildertunnel viel besser mit einer Tunnelbohrmaschine bauen ließe. Zudem spendete er üppig an die Partei, deren Mitglied er zum Glück ist, die CDU. Als er merkte, dass der Wind sich drehte, spendete er sicherheitshalber auch an die SPD. Das Ergebnis seines finanziellen Einsatzes war ein Planänderungsverfahren, mit dem der Einsatz einer Tunnelbohrmaschine beantragt wurde. Noch bevor der Antrag überhaupt genehmigt war, wurde die bereits bestellt und fertiggestellt – natürlich bei Martin Herrenknecht. Parteispenden, Parteimitgliedschaft und Lobbyarbeit zahlten sich also aus.

Die Tunnelbohrmaschine ist inzwischen fertig, wird aber wegen des unrealistischen Zeitplans der Bahn noch bis Anfang nächsten Jahres im Lager liegen bleiben und weiter Kosten anhäufen, die dem Steuerzahler in Rechnung gestellt werden.

OBEN BLEIBEN!