Presseerklärungen/-mitteilungen

Parkschützer-Aktion
Pressemitteilung
Stuttgart, 13. Dezember 2013
Nächtliche Tunnelbohrerlieferung zum umstrittensten Bauabschnitt:

S21-Gegner blockieren Transport des Tunnelbohrers

Insgesamt 200 Stuttgart 21-Gegner demonstrierten in der Nacht von Donnerstag, 12.12., auf Freitag, 13.12., gegen den Transport des Tunnelbohrers für den Fildertunnel vom Stuttgarter Hafen auf die Fildern nach Stuttgart-Fasanenhof. Trotz der Eiseskälte gab es mehrere Sitzblockaden. So gelang es unter anderem 70 S21-Gegnern, die Bausstelleneinfahrt zum Fildertunnel, bis zu ihrer Räumung durch die Polizei gegen 0:30 Uhr, zu blockieren. Gegen 1:30 Uhr waren die Widerstandsaktionen der S21-Gegner beendet, die Einfahrt des Tunnelbohrers dauerte noch an. Ein Aktivist wurde nach den Aktionen festgenommen und auf die Stuttgarter Wasenwache gebracht – derzeit (1:52Uhr) ist er noch in Gewahrsam.
Ursel Beck von der Blockadegruppe der Parkschützer erklärt zu den Widerstandsaktionen:
„Mehrfach hat uns die Polizei aufgefordert, die Transportstrecke für den Tunnelbohrer freizumachen, da Lebensgefahr für uns bestünde. Diesen Aufforderungen wollten wir aus gutem Grund nicht nachkommen. Denn tatsächlich ist Stuttgart 21 mit dem fehlenden Brandschutzkonzept und den möglichen Hangrutschungen nicht nur eine katastrophale Fehlplanung, sondern auch lebensgefährlich für Bahnfahrer und Bewohner der Stadt Stuttgart – und um dagegen unseren Widerstand auszudrücken sind wir hier.“

 

Parkschützer-Aktion
Pressemitteilung
Stuttgart, 11.12.2013
Transport des Tunnelbohrers am Donnerstag: S21-Gegner kündigen massiven Widerstand an

Am Donnerstag, 12.12., soll der Tunnelbohrer für den Fildertunnel vom Stuttgarter Hafen auf die Fildern nach Stuttgart-Fasanenhof transportiert werden. Die S21-Gegner kündigen direkte Aktionen zum Transport an.

Karl Braig von der Kampagnengruppe gegen den Tunnelbohrer: „Nach der Blockade der Feier zum Tunnelanstich in Wangen am 4.12., werden wir uns jetzt dem Transport des Tunnelbohrers am Donnerstag entgegenstellen. Wir wollen der S-21-Mafia erneut zeigen, dass wir ihre mit S-21 geplante Stadt- und Naturzerstörung weiterhin mit direkten Widerstandsaktionen beantworten werden. Mit dem Beginn des Baus des Fildertunnels wollen die Projektbetreiber erneut Fakten schaffen und Druck aufbauen für die Genehmigung eines eigentlich nicht genehmigungsfähigen Filderabschnitts mit einem 27 m tiefen Fernbahnhof unter der Messe, der im Brandfall zu Todesfalle wird.“

Ursel Beck von der Blockadegruppe der Parkschützer ergänzt: „Das Bohrmonster mit einer Länge von 120 Meter, einem Gewicht von 2.000 Tonnen und einem Schilddurchmesser von 10,82 Meter ist ein Symbol für die Zerstörungswut und die Gigantonomie von Stuttgart 21. Wir wollen diese Bohrmaschine nicht in Stuttgart haben. Deshalb stellen wir uns ihrem Antransport in den Weg.“

Kritik üben die Parkschützer in dem Zusammenhang an Ministerpräsident Kretschmann. Er hatte bei seinem Besuch bei der Firma Herrenknecht im März 2013 erklärt, dass die Politik für solche Unternehmen gute Rahmenbedingungen schaffen müsse. „Auf einen Ministerpräsident, der sich zum Knecht der (S21)Herren macht, können wir verzichten,“ so Ursel Beck weiter. „Grüne Politiker sind von Projektgegnern zu Projektbetreibern mutiert. Deshalb geht es darum, wie in der Anti-AKW-Bewegung, auf den außerparlamentarischen Widerstand zu setzen.“

Der geplante 9.5 km lange Fildertunnel vom Hauptbahnhof auf die Fildern gehört zu den umstrittensten Abschnitten von Stuttgart 21: Verdünnung der Tunnelwände von 1 m auf 0,6 m, nicht vorhandenen Brandschutz (Trockenleitungen), zu geringer Abstand von Querstollen (500 m), Bohrung durch quellfähiges Gestein und die Gefahr von Hebungen und Senkungen von Grundstücken und Häusern. Es gehört zu der Skandalgeschichte des Projekts, dass sich das Eisenbahn-Bundesamt Ende Februar 2013 über mehr als 4.000 Einwendungen hinweggesetzt und den Fildertunnel (PFA 1.2) genehmigt hat.

Hinzu kommt, dass die weitere Streckenführung auf den Fildern hinter dem Tunnel völlig ungeklärt ist. Erst Anfang November hat die Bahn für den Filderabschnitt PFA 1.3 Pläne eingereicht. Die Mehrheitsentscheidungen des zur Bürgerbeteiligung erklärten Filderdialogs ist in keiner Weise berücksichtigt. Der Plan der Bahn sieht die Abholzung von 60.000 qm Rohrer Wald vor. Die Parkschützer erwarten dass es massenhaft berechtigte und gut begründete Einsprüche gegen den Filderabschnitt geben wird.

Wir möchten Sie als Pressevertreterin einladen, sich vor Ort einen Eindruck über den Transport und den Widerstand dagegen zu machen.

 

Download der Presseerklärung vom 12.12.13

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